SCHULE IN DEN ROLLBERGEN ERÖFFNET
MONTESSORI-KLASSE
Das Lernen als Aktion von Hand und Hirn begreifen
WAIDMANNSLUST.
Die in der heutigen Gesellschaft am häufigsten
genutzten Sinnesorgane sind das Auge und das Ohr,
und
audiovisuelle Medien bestimmen immer
größere Bereiche des täglichen
Lebens. Grundlage eines jeglichen
Lernens ist
jedoch das Wahrnehmen mit allen
Sinnen. Das ist besonders bei Schulkindern von
Bedeutung, denn die Sinne sind
die Antennen, durch die sie die Umwelt wahrnehmen, sie
sind Vermittler zwischen Innen-und Außenwelt, und erst
durch das Zusammenwirken der
einzelnen Sinne wird eine ganzheitliche Wahrnehmung möglich. Die
Pädagogik der
italienischen Pädagogin und Ärztin Maria Montessori bezieht alle Sinne in den Lernprozess ein. Die Grundschule in den Rollbergen,
Waldshuter Zeile 6, wird ab dem neuen Schuljahr 2010/2011 die erste öffentliche Schule sein,
die diesen ganzheitlichen
Unterricht für Erst- bis Drittklässler anbieten wird.
„Wir
möchten als Reinickendorfer Grundschule
etwas Besonderes anbieten, was es
an anderen Schulen so noch
nicht
gibt", erklärt Schulleiter Harald
Liegel. „An den privaten Schulen wie
der Evangelischen Schule Frohnau und
der Katholischen Schule Salvator gibt es
bereits ein solches Angebot", sagt er
und fügt hinzu: „Und in den
öffentlichen Grundschulen gibt es
zwar musikbetonte oder sprachbetonte Grundschulen, aber keine
öffentliche
Schule, die nach der Montessori-Päda-gogik
lehrt." Die erste Montessori-Klasse
wird bereits
nach den Sommerferien eröffnet, ein Montessori-Lehrer ist bereits fertig
ausgebildet, zwei weitere stecken
mitten in ihrer Vorbereitung auf ihre neue Aufgabe. Die Schüler lernen dann gemeinsam in den Klassen l bis 3,
und das Lernen wird als eine „Aktion von
Hand und Hirn" bezeichnet. Montessori-Schüler sind gleichaltrigen
Schülern in Lernlust, sozialer Kooperation und Motivation deutlich überlegen. Zum
Beispiel sind
Bewegungsmangel,
schlechte Konzentrationsfähigkeit und Schwierigkeiten
im Sozialverhalten häufig
die Ursache für eine schlechte Lernmotivation. Mit den
Grundlagen der italienischen Pädagogin und
Ärztin
kann
hier jedoch angesetzt werden. „Zu Beginn
ist jedoch der Lehrer lediglich
Beobachter", erklärt Liegel,
„es wird erst herausgefunden,
was das Kind braucht. Das Kind wird von Natur
aus als wissbegierig,
lernhungrig und neugierig gesehen. Nach der Beobachtung erfolgt das
Arrangieren eines passenden
Lernarrangements. In dieser
vorbereiteten Umgebung kann das Kind die Materialien und Inhalte wählen,
die
es lernen möchte und für die es sich
gerade stark interessiert. Es ist dabei so, dass diese Freiheit
genau definiert ist. So muss
das Kind auch lernen, Aufgaben zu Ende zu bringen und bestimmte Inhalte
in vorherfestgelegten
Zeiträumen zu absolvieren. Dadurch können die Kinder zum eigenständigen Lernen
motiviert werden. Weitere
Infos gibt es auf der Website der Schule
www.rollberge.de oder unter
Tel. 402 30 59. fle

Schulleiter Harald Liegel präsentiert ein Spiel, mit dem Mengen per Tast
sinn und visuell leicht erfasst werden können.Foto:
Flechtne
FT